Jörg aus der Berliner Motorradgruppe erzählt


Es sollte meine 10. Motorradreise werden die ich für meine Moped Freunde organisiere.

Der Zeitraum für unsere Reise war diesmal wieder zwischen Himmelfahrt und Pfingsten. Das bedeutet wieder für mich eine Tour zusammenzustellen, die nicht so hoch hinausgeht. Schließlich wollten wir nicht vor Wintersperren stehen und Umwege suchen müssen. Also ging es diesmal von Berlin durch den Spreewald nach Prag in der Tschechei am Moldaustausee vorbei, nach Österreich von der Steiermark ins Salzburger Land in den kleinen Ort Rußbach den wir nach 2 Tagen Fahrt über Landstraßen erreichten.

Natürlich kamen wir, wie schon so oft; in kompletter Regenkleidung an. Was uns Männer ja auch gar nicht stört, weil der Spaß am fahren ja trotzdem bleibt. Wir wurden von Werner dem Wirt gleich herzlich begrüßt und erst einmal zum tanken eingeladen. (Womit nicht unsere Motorräder gemeint waren.) Den Weg in seine Gaststube wählten wir über den Skiraum, der ideal von uns als Trockenraum für unsere doch triefenden Regenkleidungen genutzt wurde. Wir haben über Jahre ja schon einige Unterkünfte kennen gelernt, die ich überwiegend nur über Portale wie Tourenfahrer oder ähnliche Motorradfreundliche Seiten gebucht habe.


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Hier zu Werner hat es mich dann aus Erfahrungen, vom Winter verschlagen. Von der Freundlichkeit, der Abstellung der Motorräder in der Garage, der Lage des Hauses für den Start zu Tagestouren sowie der Hilfestellung bei Tourenfragen oder Problemen mit Ersatzteilbeschaffung, können sich 50% der Herbergen die als Motorradfreundlich sich behaupten, dahinter verstecken was uns hier geboten wurde. Von jetzt an hatten wir 3 Tage vor Ort für unsere Tagestouren die wir nur bei schönstem Sonnenschein erleben konnten. Den ersten Tag nahmen wir uns die Seen des Salzkammergutes vor. Den Ersten erreichten wir über die Postalm nach St. Wolfgang am Wolfgangsee.

Es folgten zahlreiche andere Seen an diesem Tag auf unserer 220 Km Etappe. Der Abschluss an dem Tag war dann doch noch einmal die Höhe auf der Panoramastraße zur Lofer Hütte am Aussee. Dort auf dieser Straße verreckte uns auch ein Moped vom Jürgen mit einem defekten Zündsteuergerät. Wo anders wäre das ein Problem geworden, aber hier gab es nur ein kurzes Telefonat mit unserem Wirt. 

Der meinte wir sollten die Aussicht genießen, den Kumpel mit hinten drauf nehmen und zum Abendessen kommen. Das Moped holen wir mit dem Auto und einem Anhänger nach dem Essen ab, waren seine erleichternden Worte. Somit haben wir problemlos erst einmal unsere Tour fortgesetzt und am Abend die Benzingespräche mit den Eindrücken vom Tag vertieft. Die nächsten beiden Tage waren von den Strecken her immer wieder ein neues Highlight. Wir fuhren auf kleinen Straßen die abseits vom Fernreiseverkehr für uns ideal waren. Nurunser Henry, der hier im Salzburger Land seine Leidenschaft als Restauranttester entdeckte, war mitunter schwer abzulenken um nicht an jedem Café, Biergarten oder ähnlichem anzuhalten. 

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Der Groß Glockner war ein volles, schönes Tagesprogramm. Bei schon kühlen Temperaturen aber strahlendem Sonnenschein genossen wir die über 90 Km auf der Passstraße hin und zurück. Auch die Murmeltiere, die den Verkehr regeln wollten, waren gerne einen Zwangs Stopp auf der Straße wert. Auf der Rücktour im Tal an der Mautstelle kam unser Gourmet auch wieder auf seine Kosten. Aber auch wir anderen genossen dort noch einmal den Anblick auf die zurückgelegte Strecke bei einem Pott Kaffee. Auch der letzte Tag über die Roßfeldhöhenstraße auf danach kleinen Wegen unterhalb des  Kehlsteinhauses zum Königsee war ein Erlebnis. Hier müssen wohl sonst nur Schmuggler unterwegs gewesen sein. Die Sträßchen waren so eng das selbst Motorräder die sich entgegen kamen einigen mussten wer fahren kann.  Wer auf Touren und nicht auf Kilometerfressen steht kommt hier voll auf seine Kosten. Die extrem gut ausgebaute Motorradfreundlichkeit an den Ausflugszielen, lernt man hier schnell zu schätzen. Seine Sachen in verschließbaren Schränken kostenlos zu verstauen und sich dann ohne Helm und Jacke zu bewegen ist schon ein gewisser Luxus für Motorradfahrer. Nachdem nun unser letzter Tagin Rußbach zu Ende ging waren wir alle mehr als zu frieden. Am Freitag machten wir uns dann nach der Reparatur des defekten Motorrades auf den Heimweg. Das Ersatzteil musste in den frühen Morgenstunden noch aus Salzburg abgeholt werden, was für uns schon ein Problem gewesen wäre, da keiner eine Autobahnvignette hatte und es sollte ja schnell gehen. Hier auch noch einmal einen großen Dank an Werner der uns wieder dabei half. (Nie die Post benutzen. Express versteht sich bei denen anders) Unsere Heimfahrt ging dann wieder über 2 Tage durch den Bayrischen Wald, ein kleines Stück durch die Tschechei über das Erzgebirge bis nach Berlin, das wir natürlich wieder bei herrlichem Regen erreichten. Es waren 2700 km die wir zurücklegten. Jetzt, nachdem etwas Zeit vergangen ist habe ich mir ein Problem bei meinen Motorradfreunden geschaffen. Ich stecke jetzt in der Planung schon für die nächste Reise 2014. Da wir jetzt in der Vergangenheit nie etwas doppelt gemacht haben und immer andere Ziele angesteuert haben wird es schwer für mich nur annähernd etwas gleiches für die Zukunft zu finden. Ich glaube ich muss die Regeln bald brechen. Somit werden wir ganz bestimmt bald wieder eine Reise ins Salzkammergut planen.

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Allerdings nur in das "Motorrad" Hotel Landhaus Ausswinkl 

Vielen Dank noch einmal an dich Werner, deiner Mutter Heidi die uns super bekocht hat und deinem Vater mit dem wir uns köstlich auf der Terrasse unterhalten haben. 

Jörg aus Berlin mit seiner Motorradgruppe


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